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„Wasserdicht" steht auf vielen Outdoor-Produkten, von der Stirnlampe bis zur Powerbank. Gemeint ist damit aber selten dasselbe. Wer wissen will, was ein Gerät im Regen, beim Spülen oder im Bach wirklich aushält, schaut auf die IP-Angabe. Hier erklären wir, wie du sie liest.

Was hinter „IP" steckt

IP steht für „Ingress Protection", auf Deutsch Schutzart. Der Code stammt aus der internationalen Norm IEC 60529 und besteht aus zwei Ziffern:

  • Erste Ziffer: Schutz gegen feste Fremdkörper wie Staub (0 bis 6)
  • Zweite Ziffer: Schutz gegen Wasser (0 bis 9)

Steht statt einer Ziffer ein X, wurde dieser Bereich nicht geprüft. „IPX7" sagt also nichts über Staub, „IP6X" nichts über Wasser.

Die wichtigsten Wasserstufen im Überblick

CodeBedeutung im Alltag
IPX4Schutz gegen Spritzwasser aus allen Richtungen. Reicht für Regenschauer.
IPX5Schutz gegen Strahlwasser aus einer Düse. Abspritzen ist möglich.
IPX6Schutz gegen starkes Strahlwasser. Auch heftiger Regen oder Wellen sind kein Problem.
IPX7Zeitweiliges Untertauchen, in der Prüfung bis 1 m Tiefe für 30 Minuten.
IPX8Dauerhaftes Untertauchen unter Bedingungen, die der Hersteller festlegt.

Wichtig: Bei IPX8 gibt der Hersteller selbst Tiefe und Dauer an. Zwei Produkte mit IPX8 sind deshalb nicht automatisch gleich gut. Schau in die Produktbeschreibung.

Die Staubziffer nicht vergessen

IP5X bedeutet geschützt gegen Staub, ein Eindringen in schädlicher Menge ist ausgeschlossen. IP6X heißt staubdicht. Für Strand, Baustelle oder staubige Wanderwege ist die erste Ziffer genauso wichtig wie die zweite.

Typische Missverständnisse

„IPX7 heißt, ich kann damit schwimmen." Nicht unbedingt. Der Test findet in ruhigem, sauberem Wasser statt. Salzwasser, Chlor und Bewegung belasten die Dichtungen anders.

„Wasserdicht bleibt für immer wasserdicht." Dichtungen altern, werden spröde oder verschmutzen. Gerade nach Stürzen und Stößen kann die Dichtigkeit leiden.

„Spritzwassergeschützt ist dasselbe wie wasserdicht." Nein. Spritzwasserschutz entspricht etwa IPX4, mit Untertauchen hat das nichts zu tun.

Offene Anschlüsse: Bei Powerbanks, Lampen und Kopfhörern gilt die Schutzart nur mit geschlossener Abdeckung. Ein offener USB-Port ist die häufigste Schwachstelle.

Welche Schutzklasse brauche ich wofür?

  • Wandern und Camping bei wechselhaftem Wetter: IPX4 bis IPX5 reicht für Stirnlampe oder Laterne meist aus.
  • Paddeln, Angeln, Strand: IPX7 oder besser, dazu auf Staubschutz achten.
  • Fahrrad und Motorrad: mindestens IPX5, wegen Regen und Spritzwasser von der Straße.
  • Küche und Bad: IPX4 für Spritzwasser genügt meist, für Geräte in Bodennähe oder am Waschbecken ist IPX5 beruhigend.

Vor dem Kauf prüfen

1. Steht die Schutzart in den Herstellerangaben, nicht nur im Marketingtext?

2. Gilt sie für das ganze Gerät oder nur für ein Bauteil?

3. Sind Ports und Klappen durch Abdeckungen geschützt?

4. Gibt es Hinweise zu Salzwasser oder Chlor?

Angaben ohne Gewähr. Maßgeblich sind die Herstellerangaben zum jeweiligen Produkt.